GranUM Baveno: rosa Granit und Steinmetzhandwerk
GranUM in Baveno erzählt die Geschichte des rosa Granits, der die Steinbrüche, das Handwerk und die Baukultur der Umgebung geprägt hat. In vier Themenbereichen treffen Gesteinsvielfalt und mineralische Besonderheiten auf Werkzeuge, Verarbeitungstechniken und den Einsatz des Steins in Architektur und Kunst.
Kurzfakten zu GranUM
- Ort: eine Ausstellungshalle im historischen Palazzo Pretorio, Piazza della Chiesa 8 in Baveno.
- Thema: rosa Granit und seine Bedeutung für Wirtschaft und Geschichte von Baveno.
- Ausstellung: vier Bereiche zu Gesteinsarten, Mineralien, Steinbearbeitung sowie Geschichte und Verwendung.
- Handwerk: alte und aktuelle Werkzeuge zeigen die Techniken der Steinverarbeitung.
- Eintritt: Die touristische Regionsinformation nennt den Eintritt als kostenfrei.
- Zugänglichkeit: Der Distretto dei Laghi beschreibt den Ausstellungsraum als auch für Menschen mit Behinderung geeignet.
Rosa Granit als Rohstoff und Ortsgeschichte
Baveno ist vor allem für seinen rosa Granit bekannt. Der Abbau und die Bearbeitung des Gesteins haben die Entwicklung des Orts mitgeprägt. Spuren finden sich im öffentlichen, privaten und religiösen Bau sowie in einzelnen Monumenten und Objekten. Die Herkunft des Materials prägt Geologie und Wirtschaftsgeschichte: Die Steinbrüche und die Arbeit der Steinmetze, im lokalen Dialekt „picasass“ genannt, sind Teil der Ortsgeschichte.
GranUM befindet sich im historischen Palazzo Pretorio. Die multimediale und multisensorische Ausstellung erklärt, weshalb der Stein für die Wirtschaft Bavenos wichtig wurde und wie Granit aus dem Ort in weiteren Teilen des Verbano-Cusio-Ossola verwendet wurde. Der Rundgang führt damit vom Gestein als Naturmaterial zu seiner wirtschaftlichen Nutzung und sichtbaren Präsenz in Gebäuden. In Baveno sind Steinbrucharbeit, Verarbeitung und Baukultur eng mit der Stadtentwicklung verbunden.
Vier Themenfelder: vom Gestein zum Werkstück
Der erste Bereich stellt die unterschiedlichen Granit- und Gesteinsarten im Gebiet des Verbano-Cusio-Ossola vor. Der nächste widmet sich mineralogischen Besonderheiten aus den Steinbrüchen von Baveno. Der rosa Granit enthält verschiedene Kristalle, die für Sammler von Interesse sind; so treten geologische Details neben die lokale Industriegeschichte.
Ein weiterer Teil zeigt das Handwerk und die Technik der Granitbearbeitung – von früheren Verfahren bis zu heutigen Arbeitsschritten. Eine kleine Ausstellung alter und aktueller Werkzeuge macht die Veränderung von Werkzeugen und Arbeitspraxis konkret. Der vierte Themenbereich behandelt Abbaugeschichte und Nutzung des Granits in Architektur und Kunst, sowohl in der Region als auch darüber hinaus. Gemeinsam zeichnen die Abschnitte eine Kette vom Vorkommen über den Steinbruch und die Bearbeitung bis zum fertigen Werk.
Im Gebiet des Lago Maggiore prägt rosa Granit an mehreren Orten die Baukultur. In Baveno lässt sich der Weg des Materials besonders eng mit Steinbrucharbeit, Handwerk und örtlicher Wirtschaft verbinden.
Der Picasass-Weg als Freilufterweiterung
Die Geschichte des Granits reicht auch in die Landschaft oberhalb des Orts. Der Picasass-Weg wurde früher von Steinbrucharbeitern genutzt, um die Abbaustelle am Monte Camoscio zu erreichen. Heute führt er zu einer Freiluftinstallation mit Steinblöcken in verschiedenen Bearbeitungsstadien und Fototafeln zur Arbeit im Steinbruch.
Am Weg teilt sich die Route: Eine Richtung führt zur Klettersteiganlage „Picasass“, die andere zum Gipfel des Monte Camoscio und weiter auf eine markierte Route in Richtung Mottarone. Diese Verbindung macht den Weg zu einer Fortsetzung des Museumsthemas im Freien. Während GranUM die Geschichte und Verarbeitung mit Medien, Werkzeugen und Gesteinsbeispielen vermittelt, liegen am Berg die Spuren des Rohstoffs und der Arbeit in der Landschaft.
Besuch des Granit-Museums
Der Ausstellungsraum liegt in einer historischen Halle des Palazzo Pretorio an der Piazza della Chiesa. Die touristische Regionsinformation nennt den Eintritt als kostenfrei und beschreibt den Raum als auch für Menschen mit Behinderung geeignet. Für Schulklassen ist die gleichzeitige Teilnahme auf höchstens zwei Klassen begrenzt. Diese Hinweise machen GranUM zu einer eigenständigen Kulturstation im Zentrum Bavenos.
Wer seinen Urlaub am Lago Maggiore um einen Einblick in lokale Industriegeschichte ergänzen möchte, erlebt bei GranUM den rosa Granit als Material, Wirtschaftsfaktor und Gestaltungselement. Die Objekte und Werkzeuge verknüpfen den Museumsbesuch mit den sichtbaren Spuren des Steins im Ort und am Picasass-Weg.
Häufige Fragen zu GranUM
Wo beginnt der Zugang zur Freiluftinstallation am Picasass-Weg?
Von der Località Tranquilla nahe dem gleichnamigen Campingplatz erreicht man die Installation nach etwa 20 Minuten zu Fuß. Sie liegt bei aufgelassenen Steinbrüchen; Granitblöcke in verschiedenen Bearbeitungsstadien und Sitzgelegenheiten aus lokalem Granit machen den Halt unterwegs zugleich zu einem Einblick in die Arbeit der Picasass.