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Isole di Brissago: Botanischer Park auf der Isola Grande

Vor Brissago liegen zwei Inseln im schweizerischen Teil des Lago Maggiore. Der botanische Park mit mehr als 2.000 Pflanzenarten befindet sich auf der Isola Grande, auch Isola di San Pancrazio; die kleinere Isola Piccola bleibt außerhalb des regulären Besuchs.

Isole di Brissago: Kurzfakten

  • Der Park umfasst rund 25.000 Quadratmeter und zeigt Pflanzen aus fünf Kontinenten.
  • Antoinette de Saint-Léger begann 1885 mit der Anlage; der Garten öffnete am 2. April 1950 für die Öffentlichkeit.
  • Max Emden ließ in den 1930er-Jahren die Villa errichten und erhielt die Gartenstruktur.
  • Isola Grande ist die einzige regulär zugängliche Besucherinsel.
  • Boote fahren unter anderem ab Ascona, Porto Ronco, Brissago, Locarno und San Nazzaro.

Wie ist der botanische Garten gegliedert?

Die Sammlung vereint mediterrane und feucht-subtropische Pflanzengesellschaften. Zu den Herkunftsräumen zählen Mittelmeergebiete, Chile, Südafrika, Australien und Kalifornien sowie feucht-subtropische Regionen Asiens, Amerikas und Ozeaniens. Das warme, geschützte Inselklima schafft dafür Bedingungen, die sich von den höher gelegenen Uferhängen deutlich unterscheiden. Die mehr als 2.000 Arten sind in Gartenbereiche nach Vegetation und Herkunft eingebunden, nicht in eine bloße Abfolge einzelner Blumenbeete.

Besondere Stationen des Rundgangs sind der Bambushain, das Gewächshaus, der sogenannte Zauberwald und die Aussicht am Ende der Insel. Ein kleiner Strand und die römisch gestalteten Bäder gehören ebenfalls zu den Orten, die die Gartenwege mit der Inselgeschichte verbinden. Diese Teilbereiche zeigen unterschiedliche Eindrücke: Der Bambus vermittelt Dichte und Schatten, das Gewächshaus bündelt empfindlichere Pflanzen, und vom Aussichtspunkt öffnet sich der Blick über See und Ufer. Die Vegetation wirkt je nach Saison anders, während die Gliederung des Gartens und die Wegeführung das ganze Jahr über Orientierung geben.

Wie entstand das Inselensemble?

Richard und Antoinette Fleming St. Léger erwarben die Inseln 1885 als Wohnsitz. Antoinette de Saint-Léger ließ Erde auf die Insel bringen, Wege anlegen und exotische Pflanzen wie Eukalypten und Palmen setzen. Der Garten wurde so zum Ausdruck ihrer botanischen Interessen und des zeitgenössischen Sammelns seltener Arten. Bis 1927 gehörten die Inseln ihr; nach finanziellen Schwierigkeiten verkaufte sie das Anwesen an den deutschen Unternehmer Max Emden.

Emden ersetzte das vorhandene Haus durch einen repräsentativen Palast, die heutige Villa Emden. Das Gebäude entstand in den 1930er-Jahren und verwendet kostbare Materialien, darunter Carrara-Marmor und einen florentinischen Intarsienboden. Obwohl Emden selbst wenig botanisches Interesse hatte, ließ er die von Saint-Léger geschaffene Gartenstruktur bestehen. Bäder, Orangerie und Anlegestelle stammen ebenfalls aus seiner Zeit. Damit verbindet sich der heutige Park mit zwei unterschiedlichen Gestaltungsphasen: dem exotischen Garten der Baronin und dem repräsentativen Villenensemble Emdens.

Nach dem Verkauf durch Emdens Erben erwarben 1949 der Kanton Tessin, die Gemeinden Ascona, Brissago und Ronco sopra Ascona sowie Schweizer Heimatschutz und Pro Natura die Inseln. Am 2. April 1950 wurde der botanische Park für das Publikum geöffnet. Seit 2020 ist der Kanton Tessin alleiniger Eigentümer und führt das botanische Erbe als Natur-, Wissenschafts- und Kulturstätte weiter.

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Welche Insel kann man besuchen?

Die Isola Grande heißt auch Isola di San Pancrazio und beherbergt Garten, Villa Emden sowie die reguläre Besucher-Infrastruktur. Die Isola Piccola ist auch als Isola di Sant’Apollinare oder Isola dei Conigli bekannt. Sie bleibt geschützt und kann nicht im selben Sinn wie die große Insel betreten werden; Bildungs- und Arbeitsprogramme der Sopraceneri-Schulen finden dort statt. Vom Boot aus sind beide Inseln als Teil einer Gruppe zu sehen, aber der botanische Spaziergang führt ausschließlich über die große Insel.

Dieser Unterschied ist bei der Wahl der Überfahrt wichtig: Das Ticketziel ist der Park auf der Isola Grande. Die kleinere Insel zeigt den stärker geschützten, nicht für gewöhnliche Gartenbesuche erschlossenen Charakter des Archipels. Auf der großen Insel selbst folgt der Besucher dem Wegnetz zu Pflanzensammlungen, Villa und Uferblicken; die Wege erschließen die wichtigsten Gartenbereiche in einem Rundgang.

Von wo fahren die Boote ab?

Boote zu den Inseln fahren ab Locarno, San Nazzaro, Ascona, Porto Ronco und Brissago. Die Überfahrt ab Ascona dauert rund 15 Minuten, ab Locarno je nach Verbindung 40 bis 60 Minuten. Für 2026 ist die Besuchssaison vom 18. März bis zum 8. November angesetzt; die Fahrten sind saisonal. Die Insel liegt im Umfeld von Brissago und ist auch von Ascona aus gut erreichbar. Die Inseln gehören zum Tessiner Seegebiet am nördlichen Lago Maggiore.

Für den Rundgang zu Fuß sind bequeme Schuhe sinnvoll. Der Parkbesuch lässt sich nach botanischem Interesse oder als landschaftlicher Spaziergang gestalten; wer die Sammlung genauer betrachtet, plant mehr Zeit als für eine reine Inselrunde. Villa Emden bildet dabei eine eigene historische Station.

Häufige Fragen zu den Brissago-Inseln

Wie viele Pflanzenarten zeigt der Park?

Die Besucherinformation nennt mehr als 2.000 Pflanzenarten aus mediterranen und feucht-subtropischen Herkunftsregionen. Dazu gehören etwa Mittelmeerraum, Chile, Südafrika, Australien und Kalifornien sowie Teile Asiens, Amerikas und Ozeaniens.

Welche Insel ist für Besucher geöffnet?

Der botanische Park liegt auf der Isola Grande beziehungsweise Isola di San Pancrazio. Die kleinere Isola Piccola bleibt einem geschützten und pädagogischen Zweck vorbehalten.

Wie zugänglich sind die Wege?

Die Boote sind laut regionaler Besucherinformation für Menschen mit Behinderungen zugänglich; auch Villa Emden ist erreichbar. Der Garten ist teilweise zugänglich. Stufen, Steigungen und Naturwege prägen die Inselwege, für die eine Begleitung empfohlen wird.

Wie erreicht man den Park?

Schiffe fahren unter anderem ab Ascona, Porto Ronco, Brissago, San Nazzaro und Locarno. Die Fahrtdauer und Saisonverbindungen unterscheiden sich nach Abfahrtshafen.