Museo del Paesaggio: Kunst und Landschaft des Verbano
Im Museo del Paesaggio wird der Lago Maggiore als künstlerisches Motiv und kultureller Lebensraum sichtbar. Im Palazzo Viani Dugnani in Pallanza treffen Landschaftsgemälde des Verbano auf die Skulpturen Paolo Troubetzkoys und Arturo Martinis. Die Sammlung zeigt, wie Kunst die Ufer, Berge und Orte der Region beobachtet und deutet.
Kurzfakten zum Museo del Paesaggio
- Antonio Massara gründete das Museum 1909 für Geschichte und Kunst des Verbano und der angrenzenden Täler.
- Der Hauptsitz ist der Palazzo Viani Dugnani, Via Ruga 44, in Pallanza.
- Gipsoteca Troubetzkoy und Skulpturen liegen im Erdgeschoss; im Obergeschoss befinden sich Pinakothek und Sammlung Arturo Martini.
- Viele Gemälde zeigen den Verbano und die benachbarten Berglandschaften.
- Die archäologische Außenstelle in Ornavasso ist ein eigener Besuchsort.
Ein Museum aus der Sorge um die Landschaft
Antonio Massara gründete das Museum 1909 als Museo Storico e Artistico del Verbano e delle Valli adiacenti. Er wollte die Landschaft und das künstlerische Erbe des Verbano sichtbar machen, während Tourismus, Industrie und Bautätigkeit die Region veränderten. 1914 erhielt das Haus den Namen Museo del Paesaggio und zog in den Palazzo Viani Dugnani.
Die Sammlung verbindet Werke, die in der Region entstanden, mit Bildern, die ihre Landschaft darstellen. Pallanza liegt auf der Halbinsel Castagnola und ist Teil der Stadt Verbania. Der Palazzo Viani Dugnani bewahrt Kunstsammlungen und Wechselausstellungen mit Bezug zur Landschaft des Verbano.
Von Troubetzkoy bis Arturo Martini
Im Erdgeschoss widmet sich die Gipsoteca dem Bildhauer Paolo Troubetzkoy (1866–1938). Seine Erben schenkten dem Museum 1938 Gipsarbeiten. Das Material macht die plastische Modellierung und die Entstehung einer Skulptur unmittelbar anschaulich. Das Museum ordnet Troubetzkoy dem Impressionismus zu; seine Arbeiten halten Bewegung und lebendige Haltung in der Form fest.
Die Sammlung Arturo Martini ist chronologisch angeordnet und umfasst verschiedene Phasen seiner Laufbahn. Frühe Köpfe wie „Lo zio“ und „La scoccombrina“ sowie die spätere „La Cicci“ zeigen sein Arbeiten in Terrakotta, Bronze und Holz. Kleine Figuren der dreißiger Jahre stehen neben Werken, die religiöse und antike Bildtraditionen aufnehmen. So wird sichtbar, wie Material, Maßstab und überlieferte Themen zu einer eigenen Formensprache werden.
Landschaftsbilder des Verbano in der Pinakothek
Die Malerei führt vom Freskenraum des 15. Jahrhunderts zu Werken aus der zweiten Hälfte des 19. und dem frühen 20. Jahrhundert. Viele zeigen den Lago Maggiore und die umliegenden Berge; andere führen in Täler des Ossola. Zu den Sammlungsbeispielen zählen Federico Ashtons Ansichten von Macugnaga und der Valle Anzasca, Guido Boggianis Kastanienwald oberhalb von Stresa sowie Motive von Laveno und den Steinbrüchen bei Baveno.
Die Künstler vertreten verschiedene Richtungen: Daniele Ranzoni und sein Lehrer Luigi Litta stehen für die Scapigliatura, Ashton für romantische Bergmalerei, Achille Tominetti und Eugenio Gignous für den lombardischen Naturalismus. Divisionisten wie Vittore Grubicy De Dragon und Carlo Fornara ergänzen das Bild. Die Werke zeigen Wasser, Höhenzüge, Dörfer und Arbeitslandschaften des Verbano und seiner Täler.
Die Kunstorte am See haben unterschiedliche Schwerpunkte: Die Museen am Lago Maggiore widmen sich Sammlungen und Landschaftskunst, die nahe Villa Taranto den botanischen Gärten am Ufer.
Palazzo Viani Dugnani und weitere Museumsorte
Öffnungszeiten und Anreise nach Pallanza
Bis zum 1. November 2026 ist das Museum täglich außer dienstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Vom 2. November 2026 bis zum 28. Februar 2027 ist es Donnerstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Die Bahnlinie Mailand–Domodossola bedient die Stationen Verbania-Fondotoce und Stresa. Von beiden Stationen fahren lokale Busse nach Pallanza; von Stresa führt außerdem eine Fährverbindung über den See zum Anleger Pallanza. Von der Bushaltestelle oder Anlegestelle erreicht man den Palazzo in wenigen Minuten zu Fuß. Via Ruga liegt in der Fußgängerzone des historischen Zentrums.
Häufige Fragen zum Museo del Paesaggio
Ist der Palazzo Viani Dugnani barrierefrei zugänglich?
Ja. Der Palazzo ist vollständig für Menschen mit motorischer Behinderung zugänglich. Der barrierefreie Eingang liegt in der Via Marconi; für Besucher und Begleitperson ist der Eintritt frei.
Was bietet das Museum für Familien mit kleinen Kindern?
An der Kasse gibt es das Kinder-Set „Kit Lilliput“. Im Haus befinden sich außerdem ein Baby Pit Stop zum Stillen oder Wickeln sowie ein Ruhebereich mit Kinderbüchern und einer Leseecke.