Museen am Lago Maggiore: Kunst und Handwerk
Museen am Lago Maggiore eröffnen verschiedene Blicke auf die Region: Das Museo del Paesaggio zeigt Kunst aus dem Seeraum, das Hutmuseum in Ghiffa widmet sich der Panizza-Produktion und das Museum in Gignese sammelt Schirme und Werkzeuge des Handwerks.
Kurzfakten zu Museen am Lago Maggiore
- Das Museo del Paesaggio in Verbania verbindet Gemälde und Skulpturen mit der Kunstgeschichte der Region.
- Seine Gipsoteca enthält 340 Werke des Bildhauers Paolo Troubetzkoy.
- Das Hutmuseum in Ghiffa befindet sich in einer ehemaligen Panizza-Fabrik und zeigt Maschinen sowie Filmsequenzen der Hutproduktion.
- Das Schirm- und Sonnenschirmmuseum in Gignese umfasst über tausend Stücke einschließlich Griffen.
- Die Museen bewahren unterschiedliche Formen regionaler Kunst- oder Handwerksgeschichte.
Welche Kunst zeigt das Museo del Paesaggio?
Das Museo del Paesaggio in Verbania zeigt im Palazzo Viani Dugnani Gemälde und Skulpturen mit Bezug zum Lago Maggiore. Das Museum wurde 1909 als Historisch-Künstlerisches Museum des Verbano und der angrenzenden Täler gegründet; 1914 erhielt es den heutigen Namen. Die Gemäldesammlung umfasst bedeutende Werke lombardischer und piemontesischer Kunst des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Zu den Künstlern zählen Daniele Ranzoni, Guido Boggiani, Mario Tozzi und Arnaldo Ferraguti. Die Gipsoteca beherbergt 340 Werke von Paolo Troubetzkoy. Dazu kommen Arbeiten von Giulio Branca und Arturo Martini. Landschaft erscheint hier als Thema künstlerischer Darstellung und als Anlass, die regionale Kunstentwicklung vom 19. Jahrhundert bis in die Moderne zu betrachten. Das Museo del Paesaggio in Pallanza gehört zu den Kunstorten von Verbania.
Was erzählt das Hutmuseum in Ghiffa?
Das Museum der Hutmacherkunst nutzt eine frühere Fabrik der historischen Marke Panizza. Die Ausstellung führt chronologisch durch die Hutgeschichte und widmet einen eigenen Bereich der Panizza-Produktion. Zu sehen sind verschiedene Hutformen, darunter der Zylinder aus der Romantik und Modelle, die mit Rudolph Valentino verbunden werden. Safari- und Texas-Hüte zeigen typische Panizza-Produkte.
Maschinen und Filmsequenzen erklären die Herstellung und machen das handwerkliche Verfahren neben den fertigen Hüten sichtbar. Damit unterscheidet sich der Besuch von einer reinen Modeausstellung: Industriegeschichte, regionale Produktion und Design kommen zusammen. Ghiffa liegt am Westufer; das Hutmuseum gehört zu den Innenzielen am Seeufer.
Welche Sammlung findet sich in Gignese?
Das Museum für Schirme und Sonnenschirme in Gignese widmet sich einem Handwerk, das von den lokalen Schirmmachern in Italien und international ausgeübt wurde. Seine Sammlung umfasst mehr als tausend Beispiele von Schirmen, Sonnenschirmen und Griffen. Unter den historischen Stücken befinden sich Schirme, die Königin Margherita von Savoyen und Giuseppe Mazzini zugeschrieben werden.
Fotos früher Handwerker sowie Werkzeuge aus alten Werkstätten und von Schirmmachern und Reparaturbetrieben ergänzen die Vitrinen. Die Sammlung verknüpft persönliche Gegenstände und Werkstattgeschichte mit einem Gewerbe, das seine Produkte weit über die Region hinaus verkaufte. Gignese bietet damit einen Einblick in Handwerk und Alltagsgeschichte, während das Hutmuseum auf die Panizza-Fabrik fokussiert.
Welche weitere Sammlung setzt einen anderen Schwerpunkt?
Das MIDeC in Cerro di Laveno richtet den Blick auf Keramik und Design. Damit wählen Sie zwischen Gemälde- und Skulpturensammlungen, dokumentierter Hutproduktion, Schirmhandwerk oder angewandter Keramikgestaltung. Die Häuser unterscheiden sich sowohl nach Gegenstand als auch nach Lage: Verbania, Ghiffa und Gignese liegen am beziehungsweise oberhalb des Westufers, Cerro am lombardischen Ostufer.
Wie unterscheiden sich Kunst- und Handwerksmuseen?
Das Museo del Paesaggio zeigt vor allem Gemälde, Bildhauerei und Künstlerbeziehungen zur Region. In Ghiffa und Gignese stehen dagegen Herstellungsprozesse und Produkte im Zentrum: Hüte und Schirme dokumentieren lokale Gewerbe und deren Stilgeschichte. Wer regionales Landschaftsbild und Kunstsammlungen erleben möchte, wählt Verbania; wer an Gebrauchsgütern und Handwerk interessiert ist, findet in den beiden spezialisierten Häusern konkrete Objekte und Werkzeuge.
Verbania, Ghiffa und Gignese liegen am piemontesischen Westufer beziehungsweise oberhalb davon; Cerro di Laveno am lombardischen Ostufer ergänzt die Auswahl um Keramik. Der See mit seinen Tälern bildet den gemeinsamen Landschaftsraum.
Häufige Fragen zu den Museen
Wo ist die Sammlung von Paolo Troubetzkoy?
Im Museo del Paesaggio in Verbania befindet sich eine Gipsoteca mit 340 Werken des Bildhauers Paolo Troubetzkoy.
Welches Museum zeigt frühere Hutproduktion?
Das Hutmuseum in Ghiffa ist in der ehemaligen Panizza-Fabrik untergebracht und zeigt Hutmodelle, Maschinen und Filmsequenzen der Herstellung.
Bei Regen bieten Innenziele am See und in den Tälern Alternativen mit unterschiedlichen Anfahrtswegen.
Wie groß ist die Schirmsammlung in Gignese?
Das Museum umfasst mehr als tausend Schirme, Sonnenschirme und Griffe sowie historische Werkzeuge und Fotografien der Schirmmacher.